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Die Liebe ist und bleibt das schönste Geheimnis der Welt

  • Autorenbild: Sanni Sierya
    Sanni Sierya
  • 16. Juni 2020
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Juli 2020

Ich bin gebeten worden, mich zu folgenden Themen zu äußern.


Es geht heute um "Egoismus in einer Partnerschaft", "Bindungsängste" & "wie man von geliebten Menschen los lassen kann".


Es sind 3 recht schwierige Themen, weil sie sich nicht verallgemeinern lassen und weil sie von Mensch zu Mensch so unterschiedlich definiert werden.

Wo beginnt Egoismus in einer Partnerschaft und wann sollte er nicht mehr akzeptiert werden?


Ich denke, dazu hat jeder Mensch seine Grenzen für sich klar deklariert. Für mich beginnt Egoismus, wenn deutliches Desinteresse am Partner vorhanden ist. Ein Beispiel: Dein Partner erzählt dir, das er in 1 Woche ein wichtiges Meeting mit dem Vorgesetzten hat. Es geht um die Beförderung. Aber es dauert nur wenige Minuten, bis du es vergessen hast und in der besagten Woche nicht mal annähernd auf die Idee kommst, nachzufragen. Kommt das öfter oder jederzeit vor- finde ich das egoistisch. Das ist Desinteresse am Partner. Die Beziehung steht in Frage. Nur wie kommt es zu einem solchen Egoismus? Ist es dein Partner, der offensichtlich einfach nicht der Richtige ist? Er weckt dein Interesse nicht, obwohl in jedem Menschen Interesse und Neugier vorhanden sind? Oder bist es tatsächlich du, der kein Interesse für andere Menschen entwickeln kann? Ist das auf den eigenen Stress im Leben zurück zu führen? Oder hast du eventuell narzisstische Eigenschaften? Und woher kommt Narzissmus?


Ich habe es schon selbst erlebt, das ich zu wenig Interesse am Leben meines Partners hatte. Deshalb existiert die Beziehung heute nicht mehr. Ich halte Interesse für eines der Basisvoraussetzungen einer gesunden Partnerschaft. Eine eigentlich einfache Frage: Wie kann es sein, das ein Mann, den ich noch nicht lange kenne, sich am Tag eines wichtigen Vorstellungsgespräches meldet und nachfragt, es aber meine Freundinnen allesamt vergessen? (Achtung, dies ist nur ein Beispiel) Das ist auf vielerlei Gründe zurück zu führen, aber auf Egoismus? Der Hauptgrund ist, das die meisten zu sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt sind. Dies ist für mein kein Egoismus! Wieso nicht? Du selbst bist dir der wichtigste Mensch! Und hinter dieser Einstellung stehe ich zu 100%. Ich erwarte nicht, das mein Umfeld permanent an mich denkt. Sollte es mein Partner tun? Nein. Ich bin der Meinung, das man trotz Partnerschaft immer noch sein eigenes Leben führt. Und man darf nicht erwarten, das dein Partner dein Terminplaner ist.


Ein Kopf wird niemals für 2 denken, zumindest nicht 24/7. Stellt euch doch nur vor, in welchen Stress ihr kommen würdet, müsstet ihr 2 Leben im Überblick behalten. Ich finde es absolut nicht verwerflich, wenn Dinge vergessen werden. Das ist menschlich. Es passiert mir & dir- jedem von uns. Was ist also Egoismus? Egoismus bedeutet, für sich alleine einkaufen zu gehen, für sich alleine zu kochen, nur vom eigenen Tag zu erzählen, sich nicht für den Tag des anderen zu interessieren... Das ist Egoismus. Eine Gratwanderung. Verwechselt nicht Egoismus mit einem versehentlichen Vergessen. Egoismus heißt, sich nicht für die Gefühle deines Partners zu interessieren, für seine Angst oder für seine Zukunftsvorstellungen. Diese Partnerschaft baut nicht auf Langfristigkeit auf, sondern verweilt nur in diesem Moment. Wenn ich an glückliche Beziehungen zurück denke, war ich ausnahmslos an deren Leben interessiert. Beobachte dich & du erkennst schnell, welchen Sinn du selbst in deiner Partnerschaft siehst.


Bindungsängste, ein Wort so unerklärlich, wie die Angst selbst.

Ich habe mich schon oft gefragt, ob Bindungsängste überhaupt existieren.


Auszug aus Wikipedia:


Als Bindungsangst (engl. fear of commitment; gelegentlich latein. Commitorum Metus[1]; auch: „Bindungsphobie“, „Beziehungsverweigerung“) wird eine unüberwindliche Angst vor Gefühlen, Nähe, Intimität, Selbstverpflichtung und Commitment bezeichnet, die solchen Personen zugeschrieben wird, die mit einer anderen Person zwar eine Sex-oder Liebesbeziehung unterhalten, den Wunsch des Partners nach einer vollen Partnerschaft aber zurückweisen. Aus der Sicht ihrer Partner genießen diese Personen zwar viele der Annehmlichkeiten der Beziehung, lehnen es aber ab, sich rückhaltlos zu der Beziehung zu bekennen. Die Beziehung bleibt in der Schwebe. Für den Partner kann dies erhebliches Leid erzeugen.


Ich möchte hier ausdrücklich das Buch "Jein" von Bestsellerautorin Stefanie Stahl ("Das Kind in dir muss Heimat finden", erwähnt im letzten Blog "think positive") empfehlen. Sie ist Deutschlands bekannteste Psychotherapeutin. Ich denke, dieses Thema gehört in die Hände von Therapeuten. Ich kenne Bindungsängste nicht und weiß nicht, woher sie entstehen. Nur sollte es tatsächlich eine Angst sein, dann ist es für mich grundlegend ein Thema, welchem man Beachtung schenken sollte. Ich selbst las ihr Buch und konnte daraus folgendes mitnehmen:


Jeder ist beziehungsfähig. Jeder Mensch kann an sich arbeiten und Bindungsängste lösen. Dennoch ist und bleibt dieses Thema sehr umfangreich. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, stellte ich fest, das ich damit bisher keinerlei Erfahrung machte. Und hoffentlich verschont bleibe. Dank Stefanie weiß ich aber nun, wie ich Menschen frühzeitig erkenne, die unter Bindungsängsten leiden- somit renne ich nicht zwangsläufig in mein Unglück.


Von einem geliebten Menschen loslassen- wenn Trennung zur schmerzhaften Realität wird.

Hier darf ich wieder aus Erfahrung reden. Ich war nicht mal 20 Jahre alt, als meine erste große Liebe durch einen tragischen Autounfall aus dem Leben gerissen wurde. Eine Trennung, die mit Worten kaum zu beschreiben und mit dem Verstand kaum zu fassen ist. So einen Menschen, gehen zu lassen, ist auf eine gewisse Art einfach, weil man MUSS.


In diesem Fall gab es für mich keine Alternative. Jemanden gehen zu lassen, weil eine Beziehung aufgrund verschiedener Umstände & trotz ehrlicher Liebe nicht möglich ist, ist weitaus schwieriger. Mit Sicht auf die Gefahr zu diesem Menschen zurück zu kehren. Ich war schon immer der Meinung, das man für seine Liebe alles geben sollte, was in der eigenen Macht steht. Bis zu einem gewissen Punkt. Fängt es an, dich zu zerstören oder dich zu einem Menschen macht, der du nicht sein willst, dann hör auf. Besser gestern als morgen. Denn wieder stehst du mit deinem Leben und deinen Gefühlen zu oberst oben. Es gibt keinen wichtigeren Menschen außer dir selbst!


Wie oft lese oder höre ich Aussagen wie "ich würde für dich sterben"- würdest du das wirklich? Ich würde für keinen Menschen sterben- ausgenommen mein eigenes Fleisch & Blut. Aber in einer Partnerschaft? Eine bejahende Antwort würde ich hier kaum wem abkaufen. Wie wenig steht ein Mensch hinter seinem eigenen Leben, wie wenig liebt er sich selbst, wenn er für seinen Partner sterben würde? Ganz sicher für einen Partner, der selbiges nicht für ihn tun würde. Selbstliebe ist ein absolut unterschätztes Thema- welches noch schnell mit Egoismus abgetan wird.


Doch gesunde Selbstliebe hat keineswegs was mit Egoismus zu tun. Selbstliebe ist deine Basis für alles. Wer sich selbst nicht liebt, kann das nicht von anderen erwarten. Bedeutet also im Kontext- wenn deine Beziehungen immer wieder vor die Hunde gehen, dann hinterfrage dich, nicht andere. Deinen Partner gehen zu lassen, ist doch im Prinzip ganz einfach. Wenn du in der Lage bist, die Augen zu öffnen und zu begreifen, was da vor sich geht- dann bist du selbstverständlich auch in der Lage, nach dem zu Handeln. Wenn du 100% gibst und bekommst nur 50% zurück, dann ist das einfachste Mathematik.


Ein Ungleichgewicht, welches du nicht in der Lage bist, wieder auszugleichen. Man sagt, einer liebt immer mehr wie der andere. Ich denke das nicht. Liebe ist Liebe- da redet man nicht von Werten. Liebe ist ein mächtiges Gefühl, das da ist oder nicht. Und glaub mir, wenn es da ist, kannst du es fühlen. Die Liebe für deinen Partner und die Liebe von deinem Partner. Wie wenig bist du dir also wert, wenn du dich mit weniger zufrieden gibst, als du gibst? Jeder, mit einem gesunden Menschenverstand und der eigenen 100 prozentigen Akzeptanz, lässt dieses Ungleichgewicht nicht zu. Das ist ein Verrat am eigenen Herzen, der Verrat an dir. Die tägliche Lüge.


Du zwingst dich selbst in eine Situation, die niemals existieren wird. Nur in deinem Kopf. Und wer das verstanden hat, empfindet keine Mühe, seinen Partner wegzuschicken und ihm nie wieder zu begegnen. Weil er so seine Freiheit zurück erlangt. Frei sein. Ein Gefühl, das so unbeschreiblich ist, wie die Freiheit selbst. Vergiss eines nie- gib dich niemals mit weniger zufrieden. Das macht nicht glücklich. Du gehst auch nicht 150% arbeiten und bist mit 50% Lohn zufrieden. Finde deinen Selbstwert und tausche ihn gegen Gold. Denn nichts anderes hat jeder Mensch auf der Welt verdient!


Die letzte kleine Frage: Warum werfen manche Menschen schnell das Handtuch? Klare Antwort für mich: Sie waren entweder zu lange alleine oder schätzen das "Dasein" des Partners nicht.


Danke für eure Aufmerksamkeit,


Sanni


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1 commento


dario.giudice
dario.giudice
16 giu 2020

... stimme ich dir voll kommen zu.... wenn man 1000 Sachen im Kopf hat ist es schwierig sich an ALLE Einzelheiten wichtigen Ereignisse vom Partner zu erinnern, es kann ab und zu passieren das wichtige Ereignisse (für den Partner) vergessen gehen je nach Situation und Tagesereignis. Wichtig & Grundbasis ist dass man immer Interesse und Freude hat am Ereignis vom Partner, es muss nicht mal einen spannenden Tagesablauf sein aber die Interesse am Zuhören und mitfühlen muss da sein, ansonsten passt an der Liebe zum Partner was nicht. Das gleiche gilt mit Wertschätzen, sein Partner zu lieben,... man muss nicht einfach einen Feiertag oder ein spezieller Tag abwarten um zu zeigen dass man sie liebt,  die schönsten Ereignisse sind dann…

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